Pater Andreas Endl

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Die heilige Messe

Wenn jemand eine Heldentat vollbracht hat, setzt man ihm zur Erinnerung daran ein Denkmal. Die entscheidenste Tat der Weltgeschichte ist nun aber der Kreuzestod Jesu Christi, da durch ihn die Welt, die durch die Sünde in die Gottesferne gefallen war, erlöst worden ist. Auch für diese Tat gibt es ein Denkmal: die heilige Messe.

Freilich ist dieses Denkmal viel vollkommenerer Art als die Denkmäler, die von Menschen gemacht worden sind. Es ist nicht nur ein totes Gebilde, das in uns bloß die Erinnerung an etwas wachrufen würde, was vor fast 2000 Jahren geschehen ist, sondern viel mehr: Die heilige Messe ist nicht nur Erinnerung, sondern auch Vergegenwärtigung und unblutige Erneuerung dieses einen Opfers Jesu Christi. In geheimnisvoller Weise wird das Kreuzesopfer Christi in jeder Messe gegenwärtig.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Die wahre Gegenwart Christi

Daher werden in der Messe nicht etwa nur Brot und Wein geopfert, sondern wie am Kreuz – der Leib und das Blut Jesu Christi. Was Christus beim letzten Abendmahl, also unmittelbar bevor er hinging, um zu leiden, getan hat, das tun seine Priester gemäß dem Auftrag Christi (Lk. 22,19) seither immer wieder: Sie verwandeln Brot und Wein in den Leib und das Blut unseres Erlösers.

Lesen wir, was das Evangelium darüber berichtet: "Während des Mahles nahm Jesus Brot, brach es und gab es den Jüngern mit den Worten: »Nehmet hin und esset, dies ist mein Leib«. Dann nahm er einen Kelch, danke und reichte ihn ihnen mit den Worten: »Trinket alle daraus, denn dies ist mein Blut des Neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden«" (Mt. 26, 26-28).

Es kann nach diesen Worten kein Zweifel darüber bestehen, dass Christus uns wirklich seinen wahren Leib und sein wahres Blut im Sakrament der Eucharistie hinterlassen wollte. Man müsste dem Text Gewalt antun, wollte man daraus lesen, Christus habe nur ein Symbol für seinen Leib und sein Blut einsetzen wollen.

Selbstverständlich kann man die Verwandlung von Brot und Wein nicht mit den Methoden der Naturwissenschaft feststellen. Christus fordert den Glauben an sein Wort, darum bleiben die äußeren Gestalten völlig unverändert. Was sich unseren Sinnen darbietet, sieht weiterhin aus wie Brot bzw. Wein, schmeckt so und hat auch sonst alle Eigenschaften von Brot und Wein. Aber der gläubige Mensch weiß, das dies nur Schein ist, dass nun eine andere Realität unter diesen äußeren Gestalten verborgen ist.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Bestätigende Wunder

Gott hat den Glauben an die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie durch verschiedene Wunder bestätigt, die heute noch jeder nachprüfen kann, der es nur ernsthaft will. Eines der bekanntesten und sichersten Wunder ist das von Lanciano. Dort verwandelte sich im 8. Jahrhundert, als ein junger Priester unter erheblichen Glaubenszweifeln die Messe feierte, die Hostie in ein blutiges Stück Fleisch und der konsekrierte Wein in schäumendes rotes Blut. Diese verwandelten Gestalten sind – ohne zu verwesen, was ein weiteres Wunder darstellt – bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben und wurden 1970 einer medizinischen Untersuchung unterzogen. Die streng wissenschaftliche Prüfung kam zu folgenden Ergebnissen:

Es handelt sich um wirkliches Fleisch und Blut.

Sowohl das Fleisch als auch das Blut stammen von einem Menschen.

Das Fleisch weist die Struktur des Herzgewebes auf.

Das Fleisch und das Blut haben dieselbe Blutgruppe.

Fleisch und Blut gleichen dem einer lebenden Person, d.h. es scheint, als seien sie gerade einer lebenden Person entnommen worden.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Das Kreuzesopfer unter uns

Warum werden nun Leib und Blut getrennt auf dem Altar gegenwärtig gesetzt? Eben um anzudeuten, dass in der heiligen Messe das Kreuzesopfer vergegenwärtigt wird, denn am Kreuz hatte Christus sein Blut vergossen, waren Leib und Blut also getrennt.

Somit ist der Erlösungstod Christi für uns nicht ein Ereignis, das seit 2000 Jahren der Vergangenheit angehört, sondern wird immer wieder zur Gegenwart. Wer an der Messe teilnimmt, der weilt unter dem Kreuz Christi, der wird von der ganzen Liebe des sterbenden Erlösers beschenkt.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Der Priester

Bei diesem Geheimnis hat der Priester nicht bloß die Rolle eines Gemeindevorstehers, sondern er ist Stellvertreter Jesu Christi. Christus wirkt durch ihn und bringt durch ihn das Opfer dar. Darum sagt der Priester bei der Wandlung nicht: "Das ist der Leib Jesu Christi" , sondern er sagt: "Das ist mein Leib."

Dies ist die Größe des katholischen Priestertums, dass Christus durch dieses unter uns weiterlebt: predigend, segnend, Sünden vergebend und sein Opfer feiernd.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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